Statement zur Sondersitzung des Gesundheitsausschusses zum Test-Debakel

19. August 2020

 

Das A und O der momentanen Pandemie ist eine gute Teststrategie. Reiserückkehrer zu testen ist prinzipiell richtig und auch notwendig, aber man kann den Erfolg einer Test-Strategie nicht nur auf Schnelligkeit aufbauen. Man braucht auch die nötige Infrastruktur, weil man Corona nicht einfach „wegtesten“ kann und weil es fatal ist, wenn Testergebnisse tagelang liegen bleiben oder wenn sie obwohl das Nichtfunktionieren schon bekannt ist, damit nicht an die Öffentlichkeit gegangen wird.  

 

Hätte die Staatregierung von Anfang an eine klare Strategie verfolgt, so wie wir Grünen das seit langem fordern, dann hätten Sie gewusst, welche Infrastruktur für ein erfolgreiches Testverfahren notwendig ist. Eine Strategieentwicklung gehört zu den Kernaufgaben eines Managements, das gilt für die Wirtschaft wie für die Politik. Wir alle wissen, dass im Kampf gegen Corona der Faktor Zeit die zentrale Rolle spielt.

 

Deshalb dürfen wir aber nicht das ABC des Projektmanagements über Bord werfen: Vor der Durchführung brauche ich nun mal eine Analyse der Machbarkeit mit allen Chancen und Risiken, genauso wie eine transparente Kommunikation mit allen Beteiligten.

Eine bessere Vorbereitung, hätte uns allen dieses Debakel erspart. Stattdessen haben wir jetzt mit überforderten Behörden, enttäuschten Ehrenamtlichen, verunsicherten Urlaubern und mit steigenden Infektionszahlen zu kämpfen.

 

Ja, Fehler können passieren, vor allem, wenn man mangels digitaler Infrastruktur die Daten von Reiserückkehrern mit der Hand festhalten muss. Corona zeigt uns eben wie ein Brennglas alle Versäumnisse der vergangenen Jahre.

 

Deshalb, so etwas darf nicht noch einmal passieren. Was wir jetzt brauchen ist ein gutes Projektmanagement, bestmögliche Kommunikation über alle Ebenen und eine funktionierende Testung von Reiserückkehrern, die ja in Bayern zu einem großen Teil noch ausstehen.