Schulgeldfreiheit Gesundheitsfachberufe

Es vergeht kaum eine Woche, in welcher nicht über den Pflegenotstand berichtet, diskutiert oder debattiert wird. Genauso wichtig, wie die prekäre Lage der Pflege, sind die Herausforderungen und Probleme der Physiotherapeut*innen und Ergotherapeut*innen. Meiner Meinung nach ist diese Debatte ebenso wichtig und muss in der Öffentlichkeit diskutiert werden. Sonst müssen wir bald den Konsequenzen eines weiteren Notstands begegnen. Wir Grüne setzen uns bereits seit Jahren für eine Verbesserung der Situation der Gesundheitsfachberufe, wie Physiotherapie, Podologie, Ergotherapie, Massage, Diätassistenz sowie pharmazeutisch-technische Assistentinnen und Assistenten in der Medizin, ein.

 

In Bayern haben wir Grüne uns für die Schulgeldfreiheit stark gemacht. „Bayern schafft das Schulgeld für Heilberufe ab“. Für diese Ankündigung ließ sich CSU-Ministerpräsident Söder nach einer Kabinettssitzung im September 2018 kurz vor der Landtagswahl feiern. Doch was wie ein Versprechen klang, war viel mehr ein Versprecher. Für unsere angehenden Therapeutinnen und Therapeuten, die auf Söders Kostenfreiheitsversprechen gehofft hatten, ist dies aber ein Schlag ins Gesicht. Der Fachkräftemangel in den therapeutischen Berufen würde so weiter verstärkt. Nach schwieriger Debatte und Anträgen, werden die Kosten nun größtenteils übernommen.

 

 Doch neben dem Gesundheitsbonus benötigen wir weitere Fördermittel und Konzepte, um weiter sinkende Anmeldezahlen bei Schulen im Bereich der Gesundheitsberufe zu stoppen. Wir Grüne setzen uns weiter ein, die Ausbildungen der Heilmittelerbringer attraktiver zu gestalten und zu fördern. Weiterhin beobachten wir die Fortschritte des Gesundheitsbonus weiter. Die Übernahme eines Großteil der Kosten steigert ganz klar die Attraktivität des Ausbildungsberufes und fördert den Nachwuchs.

 

Neben dem Nachwuchs gibt es dringenden Handlungsbedarf bei bereits bestehenden Praxen. Die grüne Bundestagsfraktion stelle daher vor etwa einem Jahr einen umfassenden Antrag in welchem die Bundesregierung dazu aufgefordert wird eine Gesetzesinitiative im Bereich der Heilmittelversorgung vorzulegen. Genauer wird eine deutlich bessere Bezahlung, eine einheitliche Gebührenordnung für Heilmittelberufe in der gesetzlichen Krankenversicherung, sowie eine gesetzliche Regelung zum zügigen Anschluss der Heilmittelpraxen an die Telematik Infrastruktur gefordert.

 

 

Auch wenn in der Presse selten über Heilmittelerbringer berichtet wird, geschieht dennoch einiges. Wir Grüne bleiben dran!