Umstrukturierung Rettungsdienst

Am 24.09.2019 beriet der Ausschuss für Gesundheit und Pflege über zwei Anträge der AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag. Beide Anträge befassen sich mit Themen, die den öffentlichen Rettungsdienst und somit unsere Versorgung in Notfällen betreffen. Die AfD-Fraktion fordert in ihren Anträgen zum einen eine Verschlankung der Strukturen des Bayerischen Roten Kreuzes sowie die Reduzierung der Anzahl an Integrierten Leitstellen in Bayern. Diese Maßnahmen sollen zum Ziel haben, vermeintliche Kosten einzusparen. Doch diese vermeintlichen Einsparungen bringen unserer Meinung nach erhebliche Einbußen sowie Qualitätsverluste in der rettungsdienstlichen Versorgung für die Bevölkerung mit sich.

 

Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) ist in 73 Kreisverbände gegliedert. Jeder dieser Kreisverbände greift wie ein Zahnrad mit den übrigen Kreisverbänden ineinander. Gemeinsam ist das BRK die einzige Rettungsdienstorganisation, die in einem Katastrophenfall über die nötige Personalstärke sowie Führungskräfte und Ausrüstung verfügt den Anforderungen in einer Großschadenslage zum Schutz der Bevölkerung gerecht zu werden. Die Aufteilung in die verschiedenen Kreisverbände macht hierbei durchaus Sinn, da jede Region spezielle Anforderungen an den Rettungsdienst vor Ort stellt. Diesen Anforderungen kann eine Rettungsdienstorganisation nur gerecht werden, wenn Personal direkt vor Ort ist und mit dem Ort, der Ausrüstung sowie Einrichtungen vertraut ist.

 

 

Eine Verschlankung dieser Strukturen kann somit zu erheblichen Einbußen in einem sog. K-Fall sowie im Regelrettungsdienst führen. Leidtragende sind dabei die Rettungskräfte, die nicht mehr effizient arbeiten können sowie die Patienten.

Eine Reduzierung der ILS Strukturen führt unserer Meinung nach zu weiteren Einbußen in der Versorgung von Notfallpatienten. Bayern ist aktuell in 26 Leitstellenbereiche gegliedert. Diese Gliederung ist auf Gutachten des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung zurückzuführen. Und diese Anzahl ist unter Berücksichtigung der Größe des Freistaates durchaus gerechtfertigt. Eine Reduzierung und somit Vergrößerung der Leitstellenbereiche hätte unserer Meinung einen ähnlichen Effekt, der in den KVB-Leitstellen zu beobachten ist: Teils lange Wartezeiten, bis der Anruf entgegengenommen wird, Disponenten, die nicht über die nötige Ortskunde verfügen sowie Verzögerungen im Ablauf. Dies trägt dazu bei, dass dringend benötigte Hilfe womöglich nicht rechtzeitig am Einsatzort ankommt.

 

 

 

 Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die AfD-Fraktion mit diesen beiden Anträgen Kosten einsparen möchte, ohne die Auswirkungen auf den Rettungsdienst und den Schutz der Bevölkerung ausreichend zu berücksichtigen. Zumal mit diesen Maßnahmen nur Strukturen verändert werden, doch das Personal wird weiterhin dringend benötigt. Meiner Meinung nach geht diese Milchmädchenrechnung nicht auf!

 

Mein Gegenvorschlag zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Rettungsdienst wäre, die wirklichen Probleme im Rettungsdienst wie bspw. Altern im Rettungsdienst, die teils enorme Einsatzbelastung, die Fahrzeuge und Ausstattung, usw. zusammen mit allen Beteiligten anzugehen und zu verbessern.